2–4 Minuten

Viele Psychotherapeut:innen überlegen, ihre Praxis online sichtbarer zu machen – und stoßen dabei schnell auf die Frage, ob Google Ads für Psychotherapeutinnen in Österreich überhaupt erlaubt sind. Einerseits suchen immer mehr Menschen online nach Therapieangeboten. Andererseits gelten im Gesundheitsbereich strenge rechtliche und berufsethische Vorgaben.

Dieser Beitrag gibt Ihnen einen klaren Überblick darüber, welche Formen der Google Werbung für Psychotherapeutinnen zulässig sind und wie Suchmaschinenanzeigen seriös, zurückhaltend und im Einklang mit den Richtlinien gestaltet werden können.

Darf man als Psychotherapeut:in Werbung machen?

Ja – Werbung ist grundsätzlich erlaubt. In den einschlägigen Dokumenten (Werberichtlinie, Berufskodex, Richtlinie Online-Psychotherapie) findet sich kein generelles Werbeverbot. Was jedoch klar geregelt ist: Werbung muss sachlich, wahrheitsgemäß und zurückhaltend sein.
Das bedeutet:

✓ Erlaubt

  • Informationen über Leistungen und Qualifikation
  • Standortwerbung
  • Beschreibung der Methode
  • Setting, Zielgruppen, Sprachen
  • organisatorische Angaben (Ort, Kosten, Ablauf)

X Nicht erlaubt

  • übertriebene Aussagen oder Superlative
  • Heilsversprechen („schnelle Lösung“, „garantierter Erfolg“)
  • Rabatte, Aktionen, Gutscheine
  • vergleichende Werbung
  • aggressive oder aufdringliche Werbeformen

Die Grundlage dafür bildet die Werberichtlinie des BMSGPK. Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine rechtliche Beratung dar. Alle Informationen wurden sorgfältig recherchiert, ersetzen jedoch keine verbindliche Rechtsauskunft. In diesem Artikel finden Sie die Werberichtlinien für Psychotherapeut:innen.

Ist Google Werbung für Psychotherapeutinnen erlaubt?

Hier entsteht oft Verwirrung, weil in der Werberichtlinie steht, dass Internetwerbung wie Bannerwerbung zu unterlassen ist. Das betrifft jedoch auffällige, intrusive Werbeformen, die Nutzer:innen ungefragt „anspringen“.

Google Ads (Suchanzeigen) funktionieren völlig anders:
Sie erscheinen nur dann, wenn jemand aktiv nach Begriffen wie „Psychotherapie Wien“, „Psychotherapeutin Graz“ oder „Online-Psychotherapie“ sucht.

Damit erfüllen Google Ads für Psychotherapeutinnen eine reine Informationsfunktion – keine aufdringliche Reklame.

Schlussfolgerung:
→ Google Suchanzeigen sind zulässig, wenn sie sachlich formuliert sind und die Berufsrichtlinien beachten.

Wie müssen Google Ads für Psychotherapeutinnen formuliert sein?

Damit die Anzeigen den rechtlichen Anforderungen entsprechen, sollten sie:

  • sachlich und ruhig formuliert sein
  • keine Übertreibungen beinhalten
  • keine emotionalen Versprechen vermitteln
  • die Berufsbezeichnung korrekt führen
  • nur fachlich relevante Informationen enthalten

Beispiele für zulässige Google Anzeigen Titel:

  • Psychotherapie in Wien | Einzelsetting
  • Psychotherapeutin – Termine nach Vereinbarung
  • Praxis für Psychotherapie | Graz
  • Psychotherapeutin 1090 Wien | freie Termine

Beschreibung:

  • Informationen zu Ablauf, Setting und Kosten.
  • Psychotherapeutische Begleitung im Einzelsetting.
  • Kontaktaufnahme zur Terminvereinbarung.

Diese Formulierungen sind sachlich, informativ und entsprechen den Vorgaben der Werberichtlinie.

Warum Google Ads für Psychotherapeutinnen eine sinnvolle Option sind

Wenn Suchanzeigen korrekt gestaltet sind, bieten sie einen wertvollen Vorteil:
Sie erreichen Menschen genau in dem Moment, in dem sie aktiv nach Unterstützung suchen. Das bedeutet:

  • keine breite Massenwerbung
  • keine aufdringliche Kommunikation
  • hohe Relevanz durch Suchintention
  • diskrete und professionelle Sichtbarkeit
  • bessere Planbarkeit von Terminen
  • effiziente Möglichkeit, freie Plätze zu besetzen

Kurz gesagt: Google Ads für Psychotherapeutinnen ermöglichen seriöse Sichtbarkeit, ohne die Grenzen der Werberichtlinie zu überschreiten.

Empfehlungen für eine rechtlich sichere Google-Werbestrategie

Damit Ihre Kampagnen im Einklang mit den Richtlinien bleiben, sollten Sie:

  • die Sprache stets sachlich halten
  • auf Superlative verzichten
  • keine Versprechen oder Bewertungen verwenden
  • Keywords verwenden, die reale Suchintention widerspiegeln
  • Anzeigen und Landingpages konsistent und informativ gestalten
  • keine emotionalen Trigger („Soforthilfe“, „Jetzt handeln“) integrieren

So bleibt Ihre Werbung professionell – und rechtlich einwandfrei.

Fazit

Google Werbung für Psychotherapeutinnen in Österreich ist erlaubt, sofern sie zurückhaltend und sachlich bleibt. Suchanzeigen sind keine aggressive Werbeform, sondern eine hilfreiche Möglichkeit, Informationen genau jenen Menschen bereitzustellen, die aktiv nach einer therapeutischen Unterstützung suchen.

Richtig umgesetzt, können Google Ads zu einer stabilen, seriösen und ethisch verantwortungsvollen Sichtbarkeit der eigenen Praxis beitragen.

Wir helfen Ihnen auf Google gefunden zu werden:

Quellen:
Werberichtlinie – Richtlinie über das Verhalten in der Öffentlichkeit, BMSGPK
Berufskodex für Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten, BMSGPK
Richtlinie Online-Psychotherapie (2025), BMASGPK

Weiterlesen? Hier finden Sie ähnliche Artikel:


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert